Mustang Club of Switzerland

since 1980

 Geschichte Classic

Die Geschichte der First Generation bzw. ‘Classic’ Mustangs (1964 bis 1973)

Zu   Beginn   der   60er   Jahre   steckte   die   Marktforschung   noch   in   den   Kinderschuhen.   Die   Entwicklung   von   neuen Automodellen   erfolgte   mehr   oder   weniger   nach   dem   Zufallsprinzip.   Einer   der   ersten,   der   sich   intensiver   um   die Bedürfnisse   und   Wünsche   der   zukünftigen   Kundschaft   kümmerte,   war   der   Ford   Manager   Lee   Iacocca.   1961 intern   versetzt   ins   Kader,   erforschte   er   das   künftige   Kaufverhalten   der   amerikanischen   Bevölkerung.   Seine Recherchen ergaben, dass in den allernächsten Jahren die sogenannte „Baby-Boom- Generation“   nach   dem   Ende   des   2.   Weltkrieges   ins   „autofähige“   Alter   kommen   würde.   Die   amerikanische Wirtschaft   boomte.   Es   würden   sich   immer   mehr   Familien   Zweit-   und   Drittwagen   leisten   können.   Ausserdem waren   sportliche   „Kompaktwagen“   in   jenen   Jahren   der   letzte   Schrei.   Aus   diesen   Erkenntnissen   formulierte   er Eckdaten   für   ein   neues   Automodell:   Sportlicher   4-Sitzer,   Länge   max.   460   cm,   fahrfertiges   Gewicht   1200   kg,   6- und   8-Zylinder   Motoren,   Mittelschaltung,   Grundpreis   max.   $2500.–.   Um   den   tiefen   Preis   erreichen   zu   können, sollten möglichst viele mechanische Teile vom Ford Falcon stammen. Zu jener Zeit bastelte man in der Versuchsabteilung bereits an einem zweisitzigen Sportwagen mit 4-Zylinder   Mittelmotor,   dem   Mustang   I.   Iaccoca   bestand   jedoch   auf   vier   Sitzen,   nachdem   sich   der   Thunderbird nach   dem   Wechsel   von   zwei   auf   vier   Plätze   sehr   viel   besser   verkauft   hatte,   und   stoppte   das   Projekt.   Innert zwei   Wochen   entwarfen   die   Ford   Designer   in   einem   internen   Wettbewerb   unter   dem   Projektnamen   T5   den „Cougar“. Das Auto wurde erst vor Produktionsbeginn wieder in „Mustang“ umbenannt. Zum   Hardtop   Coupé   wurde   gleichzeitig   ein   Cabrio   entwickelt.   Damit   die   zukünftigen   Käufer   den   Mustang   nach eigenem   Gusto   und   Geldbeutel   gestalten   konnten,   enthielt   die   Grundversion   nur   das   Allernötigste.   Die   Liste   der erhältlichen   Extras   fiel   dafür   umso   länger   aus.   Der   Käufer   konnte   seinen   Mustang   als   billiges   Sparauto bestellen;   als   Sportwagen   oder   Luxusmobil   ausstatten   lassen.   Iacocca   kreierte   damit   den   Begriff   des   „Personal Car“, auch „Pony-Car“ genannt. Die   Markteinführung   des   Mustangs   war   von   langer   Hand   geplant   und   ein   absolutes   Novum   in   der   Autoindustrie. Im   Frühjahr   1964   gelangten   „unautorisierte“   Fotos   per   „Zufall“   an   die   Presse.   Ein   „Informationsleck“   hier   und da   genügte,   um   das   neue   Modell   bereits   im   Vorfeld   ins   Interesse   der   Oeffentlichkeit   zu   rücken.   Am   Abend   des 16.   April   1964   überflutete   Ford   die   USA   mit   einer   nie   dagewesenen   Werbekampagne.   29   Millionen   Zuschauer sahen   auf   allen   drei   Fernsehstationen   zu   besten   Sendezeit   Fernsehspots   für   den   neuen   Mustang.   Den   Inseraten in   2600   Zeitungen   im   ganzen   Land   konnte   kaum   ein   Ami   entkommen.   Der   Mustang   stand   an   der   frisch eröffneten    Weltausstellung    in    New    York,    in    Flughafenabfertigungshallen,    Hotellobbys    und    bei    allen Fordhändlern.   Auch   die   Radiohörer   wurden   nicht   verschont.   Journalisten   wurden   zu   Probefahrten   in   besonders sorgfältig   zusammengebauten   Mustangs   eingeladen   und   berichteten   in   rund   150   Zeitungen   begeistert   von ihren Eindrücken. Vor    den    Ford-Showrooms    spielten    sich    tumultartige    Szenen    ab.    Jedermann    wollte    den    neuen    Wagen begutachten,   probesitzen,   die   Schalter   ausprobieren   und   den   Mustang   „fühlen“   Um   jedem   Händler   wenigstens einen   Mustang   vor   der   Markteinführung   liefern   zu   können,   wurden   die   Produktionsbänder   bereits   am   9.   März 1964   gestartet.   Am   17.   April   1964   waren   allerdings   viel   zu   wenige   Autos   vorhanden,   um   die   grosse   Nachfrage abzudecken: Am Abend des ersten Tages lagen den völlig erschöpften Händlern 22’000 feste Bestellungen vor!  

Modelljahr 1964 1/2 (erstes Produktionsjahr)

Obwohl   erst   April   1964,   wurde   der   Mustang   offiziell   bereits   als   65er Modell   verkauft.   Die   ursprünglichen   Absatzplanungen   wurden   um   das Siebenfache   übertroffen.   Das   Montagewerk   in   Dearborn/Michigan   war hoffnungslos   überlastet   mit   der   Produktion.   Weil   in   Californien   gut   ein Fünftel   der   Gesamtproduktion   verkauft   wurde,   stellte   man   in   San   José eine   zweite   Fordfabrik   auf   Mustangs   um.   Am   19.   Juli   1964   lief   dort   der erste   Wagen   vom   Band.   Es   herrschten   aber   immer   noch   erhebliche Lieferengpässe.   Deshalb   produzierte   ab   dem   1.   Februar   1965   auch das   Werk   Metuchen/New   Jersey,   was   die   Maschinen   hergaben.   Bis zum   August   1965,   dem   Ende   des   Modelljahres   ’65,   wurden   insgesamt 681’551   Mustangs   gebaut,   obwohl   ein   Streik   die   Produktion   im   Herbst   1964   für   gut   einen   Monat   zum   Erliegen gebracht hatte! Diese Zahl bedeutet bis heute Rekord für Verkäufe eines Modells im ersten Jahr. ->mehr  

Modelljahr 1965

Man   hatte   den   Mustang   während   des   65er   Jahrgangs   ständig   verbessert.   Ab   Sommer   ’64   war   noch   eine   3. Karrosserievariante   hinzugekommen:   der   Fastback   2+2   fand   zusätzlich   zu   Hardtop   und   Cabrio   gefallen   beim Ford- Management   und   wurde   in   Produktion   genommen.   Ab   Februar 1965   konnte   eine   weitere,   sehr   beliebte   Option   bestellt   werden: Das     GT-Package     umfasste     vordere     Scheibenbremsen,     ein verstärktes        Fahrwerk,        ein        direkteres        Lenkgetriebe, Doppelrohrauspuffanlage     mit     spezieller     Heckblende     sowie optisches   Zierwerk.   Nebst   den   regulären   Sonderausstattungen wurde jede Menge Zubehör durch die Händler verkauft. Vom Kleenex-Tüchli-Dispenser über Dachträger bis zu Motortuning gab es alles, was das Herz begehrte. ->mehr  

Modelljahr 1966

Für   den   1966er   Jahrgang,   der   bereits   im   August   1965   begann,   wurde   der   Mustang   wie   in   den   USA   üblich, einem   kleinen   jährlichen   Restyling   unterzogen.   Ein   geänderter   Kühlergrill,   kleine   Aenderungen   im   Interieur   und neue   Farben   frischten   den   Wagen   auf.   Das   Käuferinteresse   war weiterhin    enorm.    Um    das    sportliche    Image    des    Mustangs hervorzuheben,     war     man     bereits     Ende     1964     mit     dem ehemaligen   Rennfahrer   Caroll   Shelby   übereingekommen,   dass er    dem    Wagen    zu    einer    Rennkarriere    verhelfen    sollte.    Aus modifizierten   Fastbacks   entstanden   die   legendären   Shelby   GT 350   Mustangs.   Die   Race-Versionen   wurden   sehr   erfolgreich   in Rennen   eingesetzt.   Aber   auch   der   Mann   auf   der   Strasse   konnte sich    einen    Shelby    in    die    Garage    stellen.    Die    Rennerfolge strahlten   ab   auf   das   gesamte   Mustang-Programm   und   halfen mit,   die   Autos   an   den   Mann/die   Frau   zu   bringen.   1966   gelang   es   Shelby,   der   Autovermietung   Hertz   runde   1000 Stück   des   GT   350   zu   verkaufen.   An   ausgesuchten   Vermietungsstationen   konnte   der   Kunde   ein   gezähmtes Rennauto mieten!  ->mehr  

Modelljahr 1967

1967   hatte   sich   die   Konkurrenz   vom   ersten   Schock   erholt   und   präsentierte   ihre   eigenen   Ideen   zum   Thema Pony-Car:   Chevrolet   Camaro   und   Pontiac   Firebird hiessen   die   entsprechenden   Modelle.   Bei   Chrysler hatte   man   den   Plymouth   Barracuda   überarbeitet. Aus   dem   eigenen   Haus   war   der   luxuriöse   Bruder des   Mustang   hinzugekommen:   der   Mercury   Cougar. Diese   vier   Modelle   machten   dem   erstmals   gründlich überarbeiteten      Mustang      seine      Marktstellung streitig.    Für    den    neuen    Jahrgang    hatten    die Ingenieure      einen      grösseren      Motorenschacht vorgesehen,   damit   ein   stärkerer   Big   Block-Motor Platz   fand.   Der   Mustang   legte   an   Länge   und   Breite zu.   Das   Interieur   wurde   vollkommen   überarbeitet.   Die   mechanischen   Komponenten   wurden   verfeinert;   der Mustang   erwachsener.   Obwohl   die   Verkäufe   von   609’966   Einheiten   1966   auf   475’346   für   1967   absackten,   gab es   für   Ford   nicht   wirklich   Grund   zum   Jammern:   Die   Konkurrenz   hatte   man   immer   noch   um   Längen   geschlagen! ->mehr  

Modelljahr 1968

Ein   Jahr   später   wurden   im   Rahmen   der   jährlichen   Auffrischung   nur   Details   am   Mustang   geändert:   Neue Gesetze    erforderten    den    Einbau    von    seitlichen    Positionslampen.    Die    angedeuteten    seitlichen    Lufteinlässe wichen   schlichten   Chromzierteilen.   Das   Interieur   wurde   besser   gepolstert,   um   die   Verletzungsgefahr   bei Unfällen   zu   minimieren.   Motormässig   hingegen wurde     maximiert:     Das     PS-Wettrüsten     der Autofabriken    war    in    vollem    Gange.    Trotz BigBlock-Motor      hatte      der      Mustang      bei Ampelrennen     regelmässig     das     Nachsehen gegenüber   der   Konkurrenz!   Ford   erhörte   das Flehen       der       eiligen       Kundschaft       und entsprechend   heftig   fiel   die   Antwort   aus:   Man stopfte    einen    7-Liter    BigBlock    zwischen    die Federtürme      des      Mustangs.      Mit      Hutze, Kaltluftinduktion   und   Kriegsbemalung   war   der Pony-Heizer ab April 1968 wieder Chef auf den Strassen. Speziell   präparierte   Rennwagen   fuhren   beim   Drag   Race   die   Konkurrenz   in   ihrer   Klasse   in   Grund   und   Boden. Shelby   allerdings   feierte   mit   seinen   GT350   und   GT500   Versionen,   die   neu   auch   als   Cabrio   lieferbar   waren, mehr   Verkaufs-   als   Rennerfolge.   Die   ehemals   kompromisslosen   Rennwagen   wurden   auf   Luxus   getrimmt   und Ford   konnte   sich   über   gestiegene   Verkaufszahlen   freuen.   Dem   Race-Fan   Shelby   gefiel   das   nicht   und   er   trennte sich   im   Streit   von   Ford.   Die   Namensrechte   verblieben   allerdings   bei   Ford.   Leider   ist   der   68er   Jahrgang   auch dafür   bekannt,   dass   er   besonders   lieblos   zusammengeschraubt   wurde.   Wegen   schlechter   Arbeitsbedingungen erreichte     die     Motivation     der     Arbeiter     einen Tiefstpunkt   und   gipfelte   am   20.   September   1967   in einem    erneuten,    für    Ford    sehr    kostenintensiven Streik.   Bis   Ende   November   1967   ging   in   allen   drei Fabriken    nichts    mehr!    Am    Ende    des    Modelljahrs hatten   nur   noch   321’854   Mustangs   einen   Käufer gefunden.   Die   Pony-Car   Welle   hatte   ihren   Zenith bereits    überschritten    und    die    Konkurrenz    tat    ein übriges dazu. ->mehr  

Modelljahr 1969

Im   August   1968   wurde   der   runderneuerte   ‘69er   Jahrgang   vorgestellt.   Um   den   Käuferschwund   aufzuhalten, wurden   den   bisherigen   Modellen   neu   der   sportliche   Mach   1   und   der   luxuriöse   Grandé   zur   Seite   gestellt.   Um   in Trans   Am   und   NASCAR-Rennen   mit   speziellen   homologierten   Motoren   antreten   zu   können,   wurden   zwei   weitere Modelle   nötig:   der   Boss   302   und   der   Boss   429.   Der   Mustang   wuchs   erneut   in   Länge   und   Breite.   Das   Interieur wurde   komplett   umgestaltet   und   präsentierte   sich   jetzt   im   Cockpit-Look.   Mit   der   Grösse   wuchs   auch   das Gewicht.    Dem    Grandé    wurden    zusätzlich    30    kg    Dämmstoffe    eingebaut,    um    den    Innenraum    von    den Fahrgeräuschen   abzuschotten.   Der   Boss   302   konnte   mit   imposantem   Spoilerwerk   bestellt   werden:   Front-   und Heckspoiler    waren    im    Renneinsatz    erprobt    und    erzielten    bei    höheren    Geschwindigkeiten    tatsächlich aerodynamische   Verbesserungen.   Die   Heckjalousie   war   bei   Lamborghini   abgekupfert   worden.   Sie   brachte   zwar keine   technischen   Vorteile,   war   aber   ein   echter   „Hingucker“.   Ein weiteres   Novum   in   der   Autoindustrie   war   eine   Lufthutze,   die   auf dem   Luftfiltergehäuse   montiert   war   und   durch   einen   Ausschnitt   in der   Motorhaube   ins   Freie   ragte.   Dadurch   konnte   kühlere   Aussenluft angesogen   werden,   die   dem   Motor   zu   mehr   Leistung   verhalf.   - >mehr  

Modelljahr 1970

Im   folgenden   Jahr   kannte   die   Modellvielfalt   kaum   noch   Grenzen: Unter     drei     verschiedenen     Karrosserien,     zehn     Motoren,     fünf Getrieben   und   einer   Unzahl   von   anderen   Optionen   musste   sich   der   Käufer   entscheiden.   Kaum   ein   Wunsch   blieb offen.   Auch   dieses   Jahr   waren   wieder   Details   am   Mustang   geändert   worden.   Zwei   statt   vier   Scheinwerfer,   dafür neu   mit   angedeuteten   Lüftungsschlitzen,   zierten   die   Front.   Auch   das   Heck   wurde   überarbeitet.   Im   Interieur sorgte   eine   stauchbare   Lenksäule   für   mehr   Sicherheit   bei   einem   Frontalaufprall.   Ab   dem   1.1.1970   war   ein Warnsummer   gesetzlich   vorgeschrieben   der   ertönte,   wenn   man   das   Auto   ohne   den   Zündschlüssel   abzuziehen verlassen wollte. Auf    der    Rennstrecke    sorgten    die    Boss    302    Modelle    für    mächtig    Druck    und    gewannen    schliesslich    die Jahresmeisterschaft.   Der   Mustang   GT   hingegen   war   aus   den   Preislisten   gestrichen   worden.   Zu   sehr   hatte   er   im Schatten   des   im   Jahr   zuvor   eingeführten   Mach   1   gestanden.   Dasselbe   Schicksal   traf   im   Laufe   des   Jahres   auch die   Shelby-Modelle.   Seit   1969   waren   die   Wagen   mechanisch   mit   dem   regulären   Mustang   identisch.   Lediglich einige    Karosserieteile    an    Front    und    Heck    wurden    noch modifiziert.   Die   Verkaufszahlen   sackten   ab   und   am   Ende   des Modelljahres   ‘69   wurden   die   Restbestände   an   unverkauften Wagen     mit     dem     Segen     der     Regierung     mit     neuen Fahrgestellnummern   versehen   und   als   70er   Modelle   verkauft. 1970   wurden   191’363   Mustangs   gebaut,   nachdem   es   im   Jahr davor    noch    302’971    Stück    gewesen    waren.    Aufgrund    der   Nachfrage   wurde das   Werk   in   San   José   im   August   1970   für   die   Produktion   des   Ford Pinto umgerüstet. ->mehr  

Modelljahr 1971

1971   stand   das   letzte   grosse   Restyling   des   klassischen   Mustangs an.   Nach   der   Devise   „bigger   is   better“   suchte   man   das   Heil   in einem   noch   grösseren   und   luxuriöseren   Auto.   Erneut   fielen   alle Modelle   länger,   breiter   und   schwerer   aus.   Der   Boss   302   und   der   Boss   429   wurden   durch   den   Boss   351   ersetzt. Ein   aufwändigeres   Fahrwerk   und   eine   neu   konstruierte   Lenkung   verhalfen   dem   Mustang   zu   einem   präziseren Fahrverhalten.    Erstmals    waren    elektrische    Fensterheber    erhältlich.    Der    Trend    zum    Luxuswagen    war unverkennbar:   Nie   zuvor   wurden   so   viele   Servobremsen,   Servolenkungen   und   Klimaanlagen   verkauft.   Das Cabrio   erhielt   standartmässig   ein   elektrisches   Dach.   Leider   war   auf   den   Strassen   ein   richtiger   Krieg   entbrannt. Die    PS-Kämpfe    der    Autofabriken    hatten    einen    Höhepunkt    erreicht.    Zahlreiche    Horrorunfälle    waren    auf übermotorisierte   sportliche   Wagen   zurückzuführen.   Frustrierte   Vietnam-Rückkehrer   mit   viel   Sold   in   der   Tasche kauften   sich   die   topmotorisierten   Modelle   und   fochten   ihren   Kampf   auf   der   Strasse   weiter.   Die   Versicherungen liefen   Sturm   gegen   die   Muscle-Cars   und   deren   Besitzer   hatten   wahnwitzige   Prämien   zu   berappen.   Gegen   Ende des   Jahres   wurde   deshalb   der   letzte   BigBlock   sowie   der   Boss   351   wegen   mangelnder   Nachfrage   aus   dem Programm   gestrichen.   Im   Dezember   1970   war   auch   Schluss   im   Werk   Metuchen:   Die   Kapazitäten   wurden   für den kompakten Pinto gebraucht.  -> mehr  

Modelljahr 1972

Für     den     ‘72er     Jahrgang     wurden     kaum     Änderungen vorgenommen.   Die   Wagen   sind   äusserlich   fast   nicht   von   ihren Vorgängern   zu   unterscheiden.   Verschärfte   Abgasgesetze   und Benzin   mit   niedrigerer   Oktanzahl   zwangen   die   Firmen,   die Verdichtung      und      somit      die      Leistung      der      Motoren zurückzunehmen.     Der     Trend     zum     gut     ausgestatteten Luxusmustang    hielt    an.    Um    die    Verkäufe    anzukurbeln, präsentierte   man   Mitte   Jahr   den   Mustang   „Sprint“:   Mit   einem speziellen    Dekor    im    Patriotendesign    in    den    amerikanischen    Flaggenfarben    wollte    man    die    Käufer    in    die Showrooms   locken.   Aber   es   half   alles   nichts.   Sicherheit   und   Komfort   standen   höher   in   der   Käufergunst   als   PS- Zahlen   und   „rasante“   Lackierungen.   Dies   führte   auch   dazu,   dass   die   Verkaufszahlen   des   Cabrios   auf   ein   tiefes Niveau   absackten:   ganze   6401   offene   Mustangs   wurden   in   diesem   Jahr   noch   an   den   Mann   gebracht.   Die Gesamtverkäufe sanken von 149’678 in 1971 auf nur noch 125’093 in 1972.  -> mehr  

Modelljahr 1973 (letztes Produktionsjahr)

Für    das    letzte    Modelljahr    des    Mustangs    der    1.    Generation wurden    keine    grossen    Anstrengungen    mehr    unternommen. Längst   arbeitete   man   mit   Hochdruck   an   seinem   Nachfolger, dem    Mustang    II.    Immerhin    spendierte    man    dem    73er Jahrgang   noch   einen   neuen   Kühlergrill   mit   eckig   eingefassten Lampen    statt    der    runden    des    Vorgängers.    Die    vordere Stossstange       war       jetzt       standartmässig       aus       einem Polyurethanwerkstoff    gefertigt,    der    zuvor    nur    auf    Wunsch erhältlich   war.   Dies   um   die   verschärften   Gesetze   über   das Crashverhalten   einzuhalten.   Die   Autos   sollten   einen   Rempler bei   kleiner   Geschwindigkeit   schadlos   überstehen.   Am   Heck   erkennt   man   erst   auf   den   zweiten   Blick   die geänderte   Stossstangenaufnahme,   die   etwas   mehr   vom   Auto   absteht.   Erstmals   war   auch   eine   Alufelge   ab   Werk erhältlich,   die   die   beliebte   Stahlsportfelge   ablöste.   Weil   Ford   ankündigte,   dass   dies   das   letzte   Jahr   für   das Cabrio    sein    würde,    konnten    die    Verkäufe    nochmals    fast    verdoppelt    werden.    11’853    der    total    135’267 verkauften   Mustangs   liefen   mit   Stoffdach   vom   Band.   Im   Juni   1973   wurde   der   letzte   „klassische“   Mustang gebaut.   Danach   wurde   die   Fabrik   in   Dearborn   für   die   Produktion   des   Mustang   II   umgerüstet,   der   genau   richtig zur heraufziehenden ersten Ölkrise kam. -> mehr
1964 Hardtop
1965 Fastback GT
1966 Shelby GT350H (Hertz)
1967 Hardtop
1968 Fastback GT
1968 Shelby GT500 Convertible
69 Boss 302
1970 Convertible
1970 Boss 302
1971 Boss 351
1972 Hardtop
1973 Convertible
zurück  zu Top
Die Stückzahlen der einzelnen Modelle finden Sie hier
 First Generation Mustang Sondermodelle ‘64 Indy 500 Pace Cars Convertibles (37) ’64 Indy 500 Pace Cars Replikas Hardtop (185) ’66 Millionth Edition (?) ’66 Anniversary Gold (50) ’66 Sprint 200 (?), 67 Sports Sprint (?), 68 Sprint (?), ’72 Sprint (?) ’66 High Country Special (?), ’67 High Country Special (?), ’68 High Country Special (?) ’67 Ski Country Special (?) ’67 Lone Star Limited (?) ’67 Indy Pacesetter Special (?) ’68 428CJ Fastback (2’097), 428CJ Hardtop (221), 428CJ Convertible (552), ’70 428CJ (3’959) ’68 California GT/CS (4’117) ’68 Color of The Month Promotional (?) ’68 Rainbow of Colors (?), ’69 Rainbow of Colors (?) ’69 Grande (22’182), ’70 Grande (13’581), ’71 Grande (17’406), ’72 Grande (18’045), ’73 Grande (25’274) ’69 Limited Edition 600 (508) ’69 Mach 1 (72’458), ’70 Mach 1 (40’970), ’71 Mach 1 (36’499), ’72 Mach 1 (27’675), ’73 Mach 1 (35’440) ’69 Boss 302 (1’628), ’69 Boss 302 (7’013) ’69 Boss 429 (859), ’70 Boss 429 (499) ’70 Grabber (?) ’71 Boss 351 (1’806) ’71 429CJ (1’865) ’72 351CJ-HO (398)
Autoren: Iso Schwager, Marcel Alder