Mustang Club of Switzerland

since 1980

 Kaufberatung – Karosserie

Der    Mustang    verfügt    über    eine    selbsttragende    Karosserie.    Vorne    und    hinten    wurde    je    ein    Hilfsrahmen angeschweisst,   an   dem   das   Fahrwerk   und   der   Motor   befestigt   sind.   Korrosion   ist   deshalb   ein   grosses   Thema, auch wenn der Mustang zu den rostresistenteren Fahrzeugmodellen seiner Zeit gehörte.  

Vorderwagen

Der   Check   sollte   vorne   bei   den   Längsholmen   beginnen.   Speziell   im   Bereich   der   Stossdämpferdome   beisst   sich die   braune   Pest   gerne   in   den   Taschen   unter   den   oberen   Querlenkern   fest.   In   schlimmeren   Fällen   sind   die Träger   durchgefault   und   es   ist   nur   eine   Frage   der   Zeit,   bis   der   komplette   Dom   vom   Träger   abreisst.   Die seitlichen   Stehwände   sind   dreiteilig   ausgeführt.   Bei   den   Kotflügelaufnahmen   kommt   es   gerne   zu   Rostbefall zwischen    den    übereinanderliegenden    Blechen,    der    durch    aufgewirbeltes    Wasser    aus    dem    Radkasten begünstigt   wird.   Vielfach   knistert   es   auch   unter   dem   Batterieblech.   Die   vorderen   Kotflügel   weisen   allenfalls   um die   Lampentöpfe   und   am   unteren   Übergang   zu   den   Schwellern   Rost   auf.   Sie   sind   geschraubt   und   der   Ersatz kein grösseres Problem.  

Torpedoblech

Bei   Exemplaren,   die   länger   im   Freien   unter   einem   Baum   standen,   können   Blätter   durch   die   Schlitze   im Torpedoblech   in   den   Lüftungskasten   eindringen.   Vermoderndes   Laub   verstopft   die   Ablauflöcher   mit   dem Resultat,   dass   das   Wasser   stehenbleibt.   Dann   dauert   es   nicht   lange,   bis   sich   das   kaum   rostschutzbehandelte “Cowlpanel”   in   braune   Krümel   verwandelt   und   dem   Wasser   freien   Zutritt   zum   Innenraum   gewährt.   Wird   dann nichts   unternommen   erwischt   es   auch   das   Bodenblech   im   Bereich   des   vorderen   Fussraums.   Immerhin   hat dann   das   Wasser   wieder   eine   Ablaufmöglichkeit…   Dieser   Schaden   ist   deshalb   besonders   heimtückisch,   weil man   lange   nichts   sieht.   Eine   fachgerechte   Reparatur   ist   sehr   aufwändig,   weil   dazu   der   halbe   Mustang   zerlegt werden   muss.   Kotflügel,   Frontscheibe,   Heizungskasten,   danach   noch   ca.   180   Schweisspunkte   aufbohren   bis die   Stelle   nur   zugänglich   ist.   Nach   der   Reparatur   alles   wieder   zusammenbauen   etc.   Bei   den   Modellen   65   bis   68 kommt   noch   eine   Teillackierung   des   verschweissten   Torpedoblechs   dazu   –   Der   Dichtigkeitstest   ist   allerdings einfach: Wasser in die Lüftungsschlitze kippen – falls nasse Füsse – Finger weg!!!  

Fahrzeugboden

Das   Bodenblech   kann   durch   die   beschriebenen   Vorschäden   in   Mitleidenschaft   gezogen   werden.   Eine   Leckage an   der   Frontscheibe   (sehr   häufig)   hat   denselben   Effekt.   Dasselbe   gilt   für   die   Heckscheibe!   Die   äusseren Schweller   sind   in   der   Regel   in   Ordnung,   da   werksseitig   verzinkt.   Das   kann   man   von   den   zusätzlichen Innenschwellern   der   Cabriomodelle   nicht   behaupten.   Sie   wurden   hinzugefügt,   um   der   offenen   Karosserie   mehr Steifigkeit   zu   verleihen   und   sind   nicht   verzinkt,   was   des   Öfteren   zu   Rostbefall   führt.   Auch   die   sogenannten Torqueboxen   im   Bereich   vorderer   Fussraum/Feuerwand   sind   eine   typische   Schwachstelle   des   Mustangs.   Dieser verschweisste   und   nicht   zugängliche   Hohlraum   zieht   den   Rost   fast   magisch   an.   Die   Fastback-Modelle   der   Jahre 65   bis   68   hatten   ab   Werk   einen   Wasserablaufschlauch   installiert,   der   den   Bereich   der   Kiemen   hinter   dem Seitenfenster   entwässerte.   Fehlt   dieser   weil   er   vermodert   ist   oder   bei   einer   Restauration   vergessen   wurde, entwässert   sich   dieser   Bereich   zielgerichtet   in   den   Innenraum   mit   dem   Resultat,   dass   bald   wieder   ein   neues Bodenblech   fällig   wird.   Zwischen   unterer   hinterer   Türecke   und   hinterem   Radlauf   verläuft   eine   Blechnaht. Sollte   sie   zugeschweisst/gespachtelt   sein,   ist   Vorsicht   angebracht.   Die   Sportsroof/Mach1   Modelle   der   Jahre   71 bis   73   sind   zudem   oft   im   Bereich   um   die   hinteren   Seitenfenster   undicht.   Das   Wasser   dringt   zwischen Karosserie und Zierleiste ein; der Fenstergummi ist seltener schuld!  

Türen

Die   Türen   sind   anfällig   auf   verstopfte   Ablauflöcher.   In   diesem   Fall   werden   zuerst   die   vordere   und   hintere untere   Ecke   vom   Rost   befallen,   bevor   es   den   unteren   Falz   und   den   Türboden   erwischt.   Gute   Falze   und Türböden   sind   bei   den   Modellen   65   bis   68   besonders   wichtig.   Hier   ist   das   Blech   im   Innenraum   sichtbar   und mit   einer   angedeuteten   Ledernarbung   versehen.   Hier   Schweissarbeiten   auszuführen,   ohne   dass   sie   später sichtbar   sind,   ist   deshalb   nicht   möglich.   Regelmässige   Kontrolle   beugt   vor!   Bei   den   69er   Modellen   wurden   die Türscheiben   in   Ihre   Führungen   geklebt.   Diese   Lösung   bewährte   sich   nicht.   Die   Verbindung   löste   sich   und   wer dann   nicht   aufpasste,   dem   krachte   die   Scheibe   unter   lautem   Splittern   in   die   Türe   hinunter.   Ford   erkannte diesen   Mangel   und   verwendete   ab   1970   wieder   eine   geschraubte   Konstruktion.   Eine   Neuverklebung   half diesem   Defekt   meist   nur   für   kurze   Zeit   ab.   Dank   dem   Fortschritt   in   der   Klebstofftechnik   lässt   sich   das   Problem mittlerweile allerdings dauerhaft beheben – saubere Verarbeitung vorausgesetzt.  

Fahrzeug Heck

Am   Heck   des   Autos   erwischt   es   vor   allem   die   Radläufe   sowie   die   Endspitzen.   Drei   bis   vier   übereinander gebratene   Bleche   sind   keine   Seltenheit.   Hier   leistet   ein   mitgebrachter   Magnet   gute   Dienste   auf   der   Suche nach     verborgenen     Spachtelschichten.     Auch     die     hinteren     Radhäuser,     speziell     am     Übergang     zum Kofferraumboden,   gammeln   gerne   durch.   Dasselbe   gilt   für   die   Seitentaschen   zum   Kotflügel,   die   Kante   zur Tankbefestigung    sowie    den    hinteren    Querträger.    Sollten    die    hinteren    Längsträger    des    Hilfsrahmen durchgerostet   sein   –   dann   gute   Nacht.   Im   Extremfall   findet   sich   die   hintere   Aufnahme   der   Blattfeder   im Kofferraum   wieder.   Auch   das   Heckbleck   ist   öfters   vom   Rost   befallen,   speziell   im   Bereich   um   die   Heckleuchten! Die    Heckscheibendichtungen    sämtlicher    Modelle    neigen    zu    Wasserdurchlässigkeit,    was    den    Zerfall    der Heckpartie   zügig   beschleunigt,   besonders   wenn   die   werksseitig   vorhanden   Ablauflöcher   in   den   Seitentaschen zugeschweisst/gekittet/tectyliert wurden. Eine   weitere   Schwachstelle   existiert   beim   Hardtop   von   1965   bis   1968:   Am   Übergang   C-Säule   zu   hinterem Seitenfenster   reisst   gerne   das   Blech   der   Seitenwand   ein   –   Materialermüdung.   Hier   muss   fachgerecht   neu verschweisst werden, mit anschliessender Beilackierung.  

Verdeck beim Cabriolet

Beim   Convertible   sollte   dem   Verdeck   noch   Aufmerksamkeit   geschenkt   werden.   Während   dem   die   Dachhaut noch   ansehnlich   sein   kann,   sieht   es   bei   den   darunterliegenden   Verdeckspriegeln   oft   düster   aus.   Speziell   der vorderste    als    Abschluss    zum    Scheibenrahmen    leidet    gerne    unter    Alukorrosion    und    kann    brechen.    Auf Vollständigkeit   der   mechanischen   Cabriodachteile   achten   –   eine   kaputte   Dachhaut   ist   das   kleinere   Übel. Wirklich   dicht   ist   das   Dach   eines   Mustang   Cabrios   indessen   nicht.   In   Waschanlagen   und   bei   Autobahnfahrten im   Regen   findet   immer   der   eine   oder   andere   Tropfen   (nicht   Sturzbäche!)   seinen   Weg   ins   Wageninnere.   Bei grösserem    Wassereintritt    können    auch    die    Türdichtgummis    hinüber    sein    –    ein    Detail,    das    bei    einer Restauration gerne vergessen wird, obwohl alle Teile zu günstigen Preisen erhältlich wären.  

Spaltmasse

Jetzt   noch   die   Spaltmasse   überprüfen.   Obwohl   man   nicht   die   Massstäbe   eines   Neuwagens   anlegen   darf, sollten   die   Passungen   doch   einigermassen   stimmen,   besonders   im   Bereich   der   Türen,   des   Kofferraumdeckels und   der   Motorhaube.   Während   die   Motorhaube   nur   im   Extremfall   von   Korrosion   befallen   ist,   erwischt   es   den Kofferraumdeckel    umso    häufiger    –    meist    an    seiner    hinteren    Kante.    Selten    perfekt    passend    sind    die geschraubten Gussabschlüsse an allen vier Wagenecken im Bereich Übergang zum Kotflügel.  

Reparaturbleche

Die   Versorgung   mit   Reparaturblechen   lässt   kaum   Wünsche   offen.   Hauben,   Kotflügel,      komplette   Seitenwände sowie   Heckbleche   sind   für   fast   alle   Modelle   erhältlich.   Für   die   meisten   Typen   sind   auch   Bodenbleche   sowie viele   weitere   Reparaturstücke   erhältlich.   Komplette   Türen   (von   inzwischen   guter   Passgenauigkeit)   gibt   es   für die Modelle 65 bis 70. Seit Frühjahr 2007 gibt es sogar komplette 67er Fastback-Rohkarossen neu zu kaufen!  

Lackierung

Der   Zustand   der   Lackierung   kann   auch   von   einem   Laien   beurteilt   werden.   Allenfalls   auf   den   originalen   Farbton achten.    Weist    das    gesamte    Fahrzeug    feine    Haarrisse    im    Lack    auf,    wurde    der    elastische    amerikanische Thermolack   ohne   entsprechende   Vorbehandlung   mit   einem   neueren   europäischen   Acrylprodukt   überlackiert. Eine   aufwändige   Neulackierung   ist   in   diesem   Fall   unumgänglich.   Einen   weiteren   Sonderfall   stellen   allenfalls vorhandene   Vinyldächer   dar.   Ohne   entsprechende   Pflege   bleichen   sie   aus   und   werden   speziell   an   den   Nähten wasserdurchlässig.   Das   wiederum   begünstig   die   Rostbildung   unter   dem   Bezug   –   im   Extremfall   ist   das   Dach durchgerostet. Ein kundiger Autosattler kann den Bezug ersetzen.
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